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Fachärztin Yuliya Belyavskaya
Akute Beschwerden

Grippe (Influenza)

Die echte Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst und beginnt meist plötzlich – oft lässt sich die Stunde benennen, in der es losging. Sie ist eine ernsthafte, mitunter auch lebensbedrohliche Erkrankung und deutlich mehr als eine starke Erkältung.

Alles auf einen Blick

Worum es geht

Eine Grippe zeigt sich von verschiedenen Seiten:

Grippe oder grippaler Infekt?

Im Alltag werden beide oft verwechselt, medizinisch sind es zwei verschiedene Dinge. Die echte Grippe wird durch Influenzaviren verursacht und beginnt abrupt. Ein grippaler Infekt, die gewöhnliche Erkältung, wird von zahlreichen anderen Erregern ausgelöst, entwickelt sich über ein bis zwei Tage und verläuft in aller Regel deutlich milder.

Der Unterschied ist nicht nur akademisch. Er entscheidet mit darüber, wie lange Sie ausfallen, wie ansteckend Sie sind und ob eine gezielte Behandlung sinnvoll ist.

Typische Symptome

Kennzeichnend für die Influenza ist der plötzliche Beginn mit hohem Fieber, häufig begleitet von Schüttelfrost. Dazu kommen ausgeprägte Kopf- und Gliederschmerzen, ein trockener Reizhusten sowie ein starkes Krankheitsgefühl mit deutlicher Abgeschlagenheit. Viele Betroffene beschreiben, dass sie sich kaum aufrecht halten können.

Halsschmerzen, Schnupfen, Appetitlosigkeit und Schwindel können hinzukommen. Bei Kindern treten häufiger auch Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auf.

Verlauf und Dauer

Zwischen Ansteckung und den ersten Beschwerden liegen meist ein bis zwei Tage. Die akute Phase dauert in der Regel fünf bis sieben Tage.

Womit viele nicht rechnen: Husten und Erschöpfung halten sich häufig noch zwei Wochen oder länger, auch wenn das Fieber längst weg ist. Diese Erholungsphase gehört zum normalen Verlauf und ist ein guter Grund, sich nicht zu früh wieder voll zu belasten.

Ansteckung

Influenzaviren verbreiten sich über Tröpfchen und feine Aerosole beim Sprechen, Husten und Niesen, außerdem über die Hände und über Oberflächen wie Türklinken oder Haltegriffe.

Ansteckend sind Sie bereits etwa einen Tag vor den ersten Symptomen und danach noch rund vier bis fünf Tage, bei Kindern und bei geschwächtem Immunsystem oft länger. Die Weitergabe beginnt also, bevor Sie überhaupt wissen, dass Sie krank sind.

Wann Sie zu uns kommen sollten

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn das Fieber über mehrere Tage hoch bleibt, wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark sind oder wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören.

Zügig vorstellen sollten Sie sich außerdem bei Atemnot oder Kurzatmigkeit, bei Schmerzen oder Enge im Brustkorb, bei anhaltendem Erbrechen, bei Verwirrtheit oder starker Benommenheit und besonders dann, wenn das Fieber erneut ansteigt, nachdem es Ihnen bereits besser ging. Das kann auf eine zusätzliche bakterielle Infektion hindeuten.

Bei akuter Atemnot, starkem Brustschmerz oder bläulichen Lippen wählen Sie bitte ohne Umweg den Notruf 112.

Wer besonders gefährdet ist

Schwerere Verläufe treten häufiger auf bei Menschen ab 60 Jahren, bei chronischen Erkrankungen von Herz, Lunge, Leber oder Nieren, bei Diabetes, bei geschwächtem Immunsystem sowie in der Schwangerschaft. Auch Säuglinge und Kleinkinder sind stärker gefährdet.

Wenn Sie zu einer dieser Gruppen gehören, melden Sie sich früh bei uns, nicht erst, wenn es schlechter wird.

Behandlung

Im Vordergrund steht die Linderung der Beschwerden: körperliche Schonung, ausreichend Flüssigkeit und bei Bedarf fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente. Welches Präparat für Sie geeignet ist, hängt von Ihren Vorerkrankungen und Ihrer übrigen Medikation ab. Das besprechen wir individuell.

Antivirale Medikamente kommen nur in bestimmten Situationen infrage und wirken nur, wenn sie sehr früh im Krankheitsverlauf begonnen werden. Ob das in Ihrem Fall sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam nach der Untersuchung.

Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Sie sind nur dann angezeigt, wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion auftritt.

Mögliche Komplikationen

Die häufigste Komplikation ist eine Entzündung der Atemwege bis hin zur Lungenentzündung. Seltener treten Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen, Entzündungen des Herzmuskels oder neurologische Beteiligungen auf.

Bestehende chronische Erkrankungen können sich während einer Grippe vorübergehend verschlechtern. Auch das ist ein Grund, sich frühzeitig vorzustellen.

Was kann ich bei einer Grippe tun?

Bei plötzlich einsetzendem hohem Fieber mit Kopf- und Gliederschmerzen ist eine ärztliche Vorstellung sinnvoll, besonders wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören. Bitte rufen Sie uns vorher an, damit wir Ihren Termin so legen können, dass andere Patientinnen und Patienten geschützt sind. In einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung klären wir, was hinter Ihren Beschwerden steckt, und legen gemeinsam das weitere Vorgehen fest. Den wirksamsten Schutz vor schweren Verläufen bietet die jährliche Grippeschutzimpfung. Mehr dazu finden Sie unter Influenza (Grippe)-Impfung.

So läuft es ab

Wir nehmen uns ausreichend Zeit für eine sorgfältige Diagnose und einen individuellen Behandlungsplan.

1

Anamnese & Beratung
Ca. 10 Minuten
Wir besprechen Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensumstände in Ruhe und nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.

2

Klinische Untersuchung
Ca. 15 Minuten
Ggf. Eine gründliche körperliche Untersuchung sowie ergänzende Diagnostik (z.B. Blutentnahme, EKG, Ultraschall).

3

Befund & Diagnose
Ca. 5 Minuten
Wir besprechen Ihre Untersuchungsergebnisse und erklären verständlich, was diese für Ihre Gesundheit bedeuten.

Vorbereitung & Nachsorge

Mit einer guten Vorbereitung und der richtigen Nachsorge schaffen Sie die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Die wichtigsten Hinweise für Ihren Termin finden Sie hier auf einen Blick.

Vor dem Termin

Versichertenkarte mitbringen

Bitte denken Sie an Ihre Versichertenkarte sowie ggf. Überweisungsschein.

Bei COVID-Symptomen: Test mitbringen

Fieber, Husten und Halsschmerzen können auch für COVID-19 sprechen. Bitte kommen Sie in diesem Fall mit einem aktuellen negativen Corona-Test zu uns. Selbsttests erhalten Sie in jeder Apotheke. Rufen Sie uns vorher an, dann legen wir Ihren Termin entsprechend.

Medikamentenliste

Eine aktuelle Liste Ihrer Medikamente (inkl. Dosierung) ist sehr hilfreich.

Nach dem Termin

Therapie konsequent umsetzen

Halten Sie sich an den vereinbarten Behandlungsplan und die Medikamenteneinnahme.

Verlaufskontrolle vereinbaren

Vereinbaren Sie zeitnah einen Folgetermin zur Verlaufskontrolle.

Bei Verschlechterung melden

Kontaktieren Sie uns, falls sich Ihre Beschwerden verschlechtern oder neue Symptome auftreten.

Kosten & Erstattung

Kassenleistung

Wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Selbstzahler / Privat

auf Anfrage