Impfung gegen wiederkehrende Harnwegsinfekte
Impfung gegen wiederkehrende Harnwegsinfekte
Kaum ist die eine Blasenentzündung überstanden, kündigt sich die nächste an: Von wiederkehrenden Harnwegsinfekten spricht man ab zwei Infekten in sechs Monaten oder drei in einem Jahr. Betroffen sind vor allem junge, sexuell aktive Frauen sowie Frauen nach den Wechseljahren.
Wer nicht bei jedem Infekt zum Antibiotikum greifen möchte, sucht nach Alternativen. Eine davon ist StroVac – ein Impfstoff aus abgetöteten Bakterien, der die körpereigene Abwehr in der Blasenschleimhaut anregen soll. Wir ordnen die Möglichkeiten mit Ihnen ein und sagen Ihnen auch offen, was die Studienlage hergibt.
So läuft die Impfung ab
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Impfstoff in der Apotheke
Besprechung und erste Impfung
Zweite und dritte Impfung, Auffrischung
Vorbereitung & Nachsorge
Nebenwirkungen
Kosten & Erstattung
Alles auf einen Blick
Für wen kommt die Impfung überhaupt infrage?
Für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren mit wiederkehrenden bakteriellen Harnwegsinfekten – also ab etwa zwei Infekten in sechs Monaten oder drei in zwölf Monaten. Typischerweise betrifft das junge, sexuell aktive Frauen sowie Frauen nach den Wechseljahren.
Nicht geimpft wird bei akuten Infektionskrankheiten außerhalb der Harnwege, aktiver Tuberkulose, schweren Herz- oder Nierenerkrankungen und Erkrankungen des Immunsystems.
Wie oft muss geimpft werden?
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Injektionen zu je 0,5 ml in den Oberarmmuskel, jeweils im Abstand von ein bis zwei Wochen. Der komplette Zyklus ist damit innerhalb eines Monats abgeschlossen.
Nach etwa einem Jahr folgt eine einmalige Auffrischung mit Booster-StroVac – zusammen also vier Termine.
Wie gut ist die Wirkung belegt?
Offen gesagt: schwächer, als viele erwarten. Die aktuelle S3-Leitlinie zu Harnwegsinfektionen aus dem Jahr 2024 spricht für die parenterale Immunstimulation keine Empfehlung mehr aus. Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes bewertet StroVac als tendenziell negativ, weil sich aus der einzigen auswertbaren Studie kein Nutzen gegenüber Placebo ableiten ließ, Nebenwirkungen aber häufig sind.
Wir sagen Ihnen das bewusst vorab, damit Sie informiert entscheiden können. Manche Patientinnen möchten die Impfung dennoch versuchen, bevor sie eine antibiotische Langzeitprophylaxe beginnen. Das ist eine nachvollziehbare Entscheidung – sie sollte nur mit realistischen Erwartungen getroffen werden.
Welche Alternativen gibt es?
Die Leitlinie empfiehlt vor einer antibiotischen Langzeitprophylaxe eine dreimonatige orale Immuntherapie mit OM-89. Je nach Situation kommen außerdem eine lokale Östrogenbehandlung nach den Wechseljahren, D-Mannose, Cranberry-Präparate oder Substanzen zum Schutz der Blasenschleimhaut infrage.
Häufig hilft schon eine nüchterne Ursachensuche: Trinkmenge, Verhalten nach dem Geschlechtsverkehr, Verhütungsmethode und Hormonstatus spielen eine größere Rolle, als viele vermuten. Genau das gehen wir mit Ihnen durch.
Darf ich mich während einer Blasenentzündung impfen lassen?
Ja. Eine bestehende Harnwegsinfektion ist ausdrücklich kein Hinderungsgrund – StroVac ist sowohl zur Therapie als auch zur Vorbeugung wiederkehrender Infekte zugelassen.
Andere akute Infektionskrankheiten mit Fieber sprechen dagegen für einen späteren Termin. Sagen Sie uns vorab kurz Bescheid, dann verschieben wir unkompliziert.
Wie buche ich die Termine in Nürnberg?
Sie buchen die Termine direkt online – ein vorgeschaltetes, kostenpflichtiges Beratungsgespräch ist nicht nötig. Für die kurze Besprechung und die Impfung berechnen wir 20 € pro Termin.
Sie finden uns am Kopernikusplatz 13 in Nürnberg, gut erreichbar aus der Südstadt, aus Steinbühl und Gibitzenhof sowie aus der gesamten Region Mittelfranken.


